Führungskräfte stehen oft vor Herausforderungen, die Ausdauer, Geduld und die Fähigkeit zum Durchhalten erfordern. Besonders in Krisenzeiten, bei unerwarteten Veränderungen oder langfristig schwierigen Projekten ist es entscheidend, nicht nur selbst durchzuhalten, sondern auch das Team motiviert und fokussiert zu halten. Doch was bedeutet es, „gut“ durchzuhalten, ohne ins „Aushalten“ zu kippen? Und wie können Sie als Führungskraft sicherstellen, dass Sie sowohl sich selbst als auch Ihr Team erfolgreich durch herausfordernde Phasen navigieren?
(Fast) kein Licht am Ende des Tunnels – oder ein Lichtschimmer?
In jeder Führungskarriere gibt es Phasen, die besonders herausfordernd sind. Sie kennen es: Entscheidungen, die plötzlich viel länger dauern als geplant, Projekte, die aus dem Ruder laufen, und Teams, die auf Grund von Druck oder Unsicherheit in eine schwierige Phase geraten. Die Herausforderungen, denen Sie sich stellen müssen, sind oft komplex und nicht immer sofort lösbar. Als Führungskraft tragen Sie nicht nur Verantwortung für Ihre eigenen Aufgaben, sondern auch für das Wohl und die Motivation Ihres Teams.
Wenn die Zukunft ungewiss erscheint und Herausforderungen überwältigend wirken, ist Durchhalten gefragt – aber wie schaffen Sie es, ohne sich oder andere zu überfordern?
Durchhalten als Führungskraft – was bedeutet das?
Durchhalten bedeutet als Führungskraft nicht einfach, stur weiterzumachen, sondern mit Weitblick und Ausdauer die richtigen Entscheidungen zu treffen, auch wenn der Erfolg noch nicht sichtbar ist. Sie müssen selbst motiviert bleiben, Ihr Team stärken und gleichzeitig darauf achten, dass Sie nicht in den Modus des „Aushaltens“ verfallen.
„Gut“ durchzuhalten als Führungskraft heißt, sich nicht in einem Tunnel zu verlieren, sondern die Perspektive zu bewahren und dabei sowohl Ihre eigenen Bedürfnisse als auch die Ihres Teams im Blick zu haben. Es erfordert Resilienz – die Fähigkeit, trotz Widerständen und Rückschlägen produktiv zu bleiben und lösungsorientiert zu handeln.
Durchhalten ist eine Fähigkeit, die Sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für Ihr Team einüben können. Es bedeutet, auch dann zu führen, wenn der Weg steinig ist, und dabei die Stimmung und Motivation des Teams aufrechtzuerhalten. Dies schafft Vertrauen und gibt Ihrem Team Orientierung, wenn Unsicherheit herrscht.
Wenn das Durchhalten ins Aushalten kippt
Vor allem als Führungskraft können Sie manchmal das Gefühl haben, einfach nur durchhalten zu müssen – vor allem, wenn Sie unaufhörlich zwischen verschiedenen Aufgaben jonglieren, wichtige Entscheidungen treffen müssen und gleichzeitig als Ansprechpartner für Ihr Team dienen. Doch wenn Sie sich zu sehr auf das Ziel fokussieren und die Zeichen der Erschöpfung oder Unzufriedenheit bei sich selbst oder Ihrem Team ignorieren, kann das Durchhalten ins Aushalten kippen.
Stellen Sie sich vor: Sie leiten ein anspruchsvolles Projekt, bei dem die Fristen ständig verschoben werden und Ihr Team zunehmend unter Druck steht. Statt den Kurs zu überprüfen und gegebenenfalls die Strategie anzupassen, entscheiden Sie sich, einfach weiterzumachen und hoffen, dass sich alles irgendwie „ausgeht“. Die Meetings werden lang, die Gespräche anstrengender und Ihre eigenen Ressourcen immer knapper.
Sie halten durch, aber anstatt lösungsorientiert zu bleiben, stellen Sie sich mental und emotional auf „Überleben“ ein. Die Folge: Ihre Führungskraftrolle wird zunehmend von Erschöpfung und Frustration geprägt, was sich auf Ihre Fähigkeit auswirkt, die Richtung für Ihr Team vorzugeben. Sie geraten in den Modus des „Aushaltens“ statt des „Durchhaltens“.
Das kann sich langfristig negativ auf Ihre eigene Gesundheit und die Teamdynamik auswirken.
Wie Sie als Führungskraft „gut“ durchhalten
Als Führungskraft müssen Sie nicht nur selbst durchhalten, sondern auch Ihr Team auf diesem Weg begleiten. Dabei sind die folgenden Prinzipien hilfreich:
1. Situations-Strategie-Check
Die richtige Strategie ist entscheidend. In einigen Situationen kann es sinnvoll sein, einfach weiterzumachen, um das Ziel zu erreichen. Doch in anderen Fällen kann „mehr desselben“ dazu führen, dass sich Ihre Bemühungen im Kreis drehen. In solchen Momenten hilft es, innezuhalten und die Strategie zu hinterfragen.
- Reflexion: Überlegen Sie, welche Strategien bisher effektiv waren und welche Ihnen nicht weiterhelfen. Fragen Sie sich, ob ein Strategiewechsel nötig ist.
- Achtsamkeit: Achten Sie auf Ihre eigenen Gefühle und die Ihres Teams. Wenn die Stimmung im Team an Spannung und Stress zunimmt, könnte es Zeit für eine neue Herangehensweise sein.
2. Reflexion der eigenen Bedürfnisse
Als Führungskraft sind Sie ein Vorbild. Achten Sie darauf, wie Sie sich fühlen und stellen Sie sicher, dass Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie nicht ins „Aushalten“ rutschen und sich selbst überfordern.
- Mentale Auszeit: Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen, auch in stressigen Phasen. Achten Sie darauf, dass Sie genug Schlaf und Erholung haben, um Ihre Energie zu regenerieren.
- Gespräche suchen: Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihre eigenen Ressourcen. Der Austausch mit Mentoren, Kollegen oder einem Coach kann neue Perspektiven eröffnen und Ihnen helfen, den Kurs zu überprüfen.
3. Unterstützung für das Team bieten
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