Nach Liebe ist Helfen das schönste Zeitwort der Welt.
– Bertha von Suttner
In diesem Jahr unterstützen wir zwei Initiativen, die uns persönlich bewegen – und die zeigen, wie wichtig es ist, füreinander einzustehen:
Warum wir uns in diesem Jahr besonders engagieren
2025 war ein Jahr, das uns erneut vor Augen geführt hat, wie sehr unsere Gesellschaft auf Zusammenhalt, Mitgefühl und demokratische Werte angewiesen ist. Deshalb möchten wir Initiativen unterstützen, die genau dafür stehen – sichtbar, engagiert und unermüdlich.
Spende Nr. 1 – 1.000 € für „Zammrüggn – Demokratiepakt Nürnberg“
Jenny Alexandra Hoch
Geschäftsführende Gesellschafterin
Lange habe ich Demokratie als etwas betrachtet, das mir buchstäblich in die Wiege gelegt wurde. Sie war einfach da, wie ein Grundrauschen im Alltag. So selbstverständlich, dass ich mir als junge Erwachsene sogar erlaubt habe, das eine oder andere Mal nicht zur Wahl zu gehen, wenn mir etwas anderes wichtiger erschien.
Heute zucke ich innerlich zusammen, wenn ich daran denke. Denn ich weiß inzwischen: Diese Haltung war naiv. Frank-Walter Steinmeier bringt es für mich auf den Punkt:
„Wir brauchen die Demokratie – aber ich glaube: Derzeit braucht die Demokratie vor allem uns!“
Und genau so fühlt es sich an. Jeden Tag. In den Nachrichten, im Gespräch mit Kolleg:innen, im Austausch mit Nachbarn: Unsere Demokratie ist verletzlich, viel verletzlicher, als ich lange wahrhaben wollte.
Umso mehr beeindruckt mich, was in meiner Geburtsstadt Nürnberg entstanden ist. „Zammrüggn – Demokratiepakt Nürnberg“, initiiert u. a. von Bundesministerin a.D. Renate Schmidt, zeigt, was möglich ist, wenn Menschen parteiübergreifend zusammenstehen. Ehemalige Amtsträger:innen aus CSU, SPD, Grünen und FDP haben sich zusammengeschlossen, um das zu stärken, was uns alle verbindet: die Demokratie.
Auf der Website von „Zammrüggn“ steht ein Satz, der mich besonders berührt, weil er so klar ist:
„Das Wichtigste ist, nicht zu schweigen…“
Genau das ist es, was wir alle im Alltag tun können – im Kleinen, auch leise, aber konsequent: Widersprechen, wenn am Arbeitsplatz, im Verein, in der Familie oder Nachbarschaft demokratische Werte angegriffen werden. Haltung zeigen, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden. Nicht wegsehen, wenn es unbequem wird.
„Zammrüggn“ erinnert uns daran, dass Demokratie vor der eigenen Haustür beginnt.
Für uns bei stg – Die Mitarbeiterberater, 2014 in Erlangen gegründet, bedeutet das auch, eine regionale Initiative, buchstäblich vor unserer Bürotür, zu unterstützen.
Mit unserer Spende möchten wir dazu beitragen, dass diese Initiative weiterhin sichtbar bleibt. Und wir möchten selbst sichtbar Haltung zeigen: für Demokratie, für Respekt, für ein Miteinander, das trägt. Gerade dann, wenn die Zeiten rauer werden.
Reihe sitzend (v. l. n. r.): Renate Schmidt (Bundesministerin a.D., ehem. Mitglied des Bundestages und des Bayerischen Landtags, SPD), Jenny Alexandra Hoch (stg)
Reihe stehend (v. l. n. r.): Hermann Imhof (ehem. Mitglied des Bayerischen Landtags, CSU), Brigitte Wellhöfer (ehem. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Nürnberg), Wolf Maser (Schatzmeister Kreisverband Nürnberg, FDP), Günther Gloser (Staatsminister a.D., ehem. Mitglied des Bundestags, SPD).
Spende Nr. 2 – 1.000 € für die Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo Berlin
Dr. Alexandra Gilde
Geschäftsführende Gesellschafterin
Mein Sohn ist dieses Jahr nach seinem Abitur ausgezogen. Er lebt jetzt in Berlin und macht ein freiwilliges soziales Jahr bei der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo. Natürlich fällt mir (und allen in meiner Generation) sofort „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ein. Und was soll ich sagen: Es ist nicht so wie in dem Buch. Ich finde, es ist schlimmer. Und das sage ich nicht nur aus meiner Perspektive als Mutter.
Manchmal erzählt mein Sohn mir ein wenig von dem, was er dort erlebt. Oft sind es Dinge, die ich nicht wusste:
Dass zum Beispiel täglich bis zu 600 Menschen am Bahnhof Zoo mit Essen versorgt werden.
Menschen, die nichts besitzen außer ihrer Kleidung und einem kleinen Rucksack.
Menschen, die auf der Straße leben, körperlich und psychisch krank sind, Gewalt erfahren haben.
Menschen, die in der Bahnhofsmission aufgenommen werden – mit einer warmen Mahlzeit, einem Gespräch, Hilfe im Umgang mit Ämtern, manchmal mit einer Dusche und frischer Kleidung.
Es sind auch alte Menschen, die nicht von ihrer Rente leben können und „stadtarm“ sind. Das Team kümmert sich darüber hinaus mit dem Kältebus um jene, die im Winter draußen zu erfrieren drohen.
Mein Sohn erlebt Menschen, die durch alle Sicherungsnetze gefallen sind, die keiner will, die niemanden haben – und die wir oft nicht einmal wahrnehmen.
Es gab Momente, in denen ich das als Mutter schwer erträglich fand. Wie er das wohl verkraftet? Ihn nervt meine Sorge (zu Recht), denn er will dort sein. Und der reflexhafte Impuls, ihn zu beschützen, ist natürlich überflüssig. Gleichzeitig sehe ich, wie unglaublich er in diesem FSJ wächst – wie sich sein Blick auf die Welt weitet.
Durch seine Erzählungen erfahre ich außerdem, wie sehr sich das Team der Bahnhofsmission jeden Tag engagiert und bedingungslos alle willkommen heißt, die dort Hilfe suchen: freundlich, respektvoll, offen.
Das Leitbild der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo (Auszug):
"Wir begegnen Menschen und nehmen wahr, was sie brauchen. Wir achten alle Menschen. Wir unterstützen sie, Neuanfänge zu wagen, Potenziale zu entdecken und mehr Lebensqualität zu erlangen. Wir leben Gastfreundschaft. Alle sind willkommen. Wir geben Menschen Heimat und leben Gemeinschaft. Wir freuen uns, wenn Menschen neue Hoffnung schöpfen."
Wenn Euch das anspricht und Ihr die Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo ebenfalls unterstützen wollt, dann spendet bitte auch. Ob Geld- oder Sachspenden – alles ist willkommen und geht direkt an die Menschen, die nichts haben, die keiner will und die trotzdem dazugehören.
Mehr dazu:
https://www.berliner-stadtmission.de/spenden/spenden-uebersicht
Spendenkonto:
Verein für Berliner Stadtmission
IBAN: DE67 3702 0500 0003 1555 00
BIC: BFSWDE33XXX
SozialBank AG
Gemeinsam stark – für Demokratie, Würde und Menschlichkeit.
Wir danken allen, die diese Initiativen unterstützen – sei es durch Spenden, Aufmerksamkeit oder Haltung.
Jede noch so kleine Geste wirkt. Und sie wirkt genau dort, wo Menschen sie am dringendsten brauchen.